Wortgespinste und Volksverdummung

Sachstand zum Fracking nach einem Jahr „Großer Koalition“

Fast ein Jahr ist es nun her, da tourten unsere Spitzenpolitiker auf Stimmenfang durch Deutschland. Peter Altmaier, damaliger Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Philipp Rösler, damaliger Minister für Wirtschaft und Technologie hätten vor der Bundestagswahl im September 2013 zu gern noch ihr umstrittenes Altmaier/ Rösler-Papier verabschiedet, welches Fracking in Deutschland vielerorts unter Auflagen ermöglicht hätte.

Während sich die FDP eindeutig für Fracking positionierte, übernahm Peter Altmaier den verhalteneren Part und plädierte für Auflagen, wie zum Beispiel Wasserschutzgebiete auszuschließen und eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu fordern.

Aus den Reihen von SDP und Grünen wurde der Ruf nach einem Verbot von „toxischem Fracking“ laut.

Was ist toxisches Fracking?

Dieses künstliche Wortgespinnst umschreibt die Annahme, dass durch das Weglassen der chemischen Fracking-Zusätze, die Methode des Fracking unbedenklich würde.

Fracking ist aber – egal ob mit oder ohne chemische Zusätze – gleich gefährlich!
Die toxischen Gefahren lauern naturgegeben in unserm Boden. Mutter Natur tat gut daran, vor vielen Millionen Jahren giftige Elemente wie beispielsweise, Quecksilber, Blei, Cadmium, Arsen oder Strontiumisotope und weitere radioaktive Substanzen, in vielen hundert Metern Tiefe zu binden.
Diese hochgiftigen Substanzen sind im Lagerstättenwasser (Tiefenwasser) vorhanden, und werden durch das zermalmen der Gesteinsschicht im Untergrund zusätzlich aktiviert. Bei der Förderung kommen diese Gifte dann im Flowback (Rückfluss) mit an die Oberfläche.

Bis heute, besteht kein sicheres Entsorgungskonzept für diese vielen Millionen Kubikmeter von Giftmüll!

Während sich also die Mineralwasserbrunnen in Ihrer Gelsenkirchener-Erklärung für den weitreichenden Schutz des Trinkwassers einsetzen.
https://www.gelsenwasser.de/fileadmin/download/unternehmen/presse/gelsenkirchener_erklaerung.pdf

fordert das EU-Parlament am 9. Oktober 2013 eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Förderung von Schiefergas.
http://www.foeeurope.org/european-parliament-recognise-dangers-fracking-091013

Und das Umweltbundesamt bestätigt in seinem neuen Gutachten die Bedenken und teilt Forschungsbedarf mit.
http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/gutachten-2014-umweltauswirkungen-von-fracking-bei

Doch was hat sich in dieser Zeit beim Thema Fracking wirklich getan?

Bundesumweltministerium und Bundeswirtschaftsministerium haben sich auf gemeinsame Eckpunkte für die Regelung von Fracking geeinigt.
http://m.bmub.bund.de/themen/wasser-abfall-boden/binnengewaesser/fracking-regelung/

Danach soll es kein Fracking oberhalb von 3000 Metern geben, ebenso werden Natura 2000 Gebiete, Wasserschutzgebiete, Heilquellenschutzgebiete, Einzugsbereichen von Talsperren und Seen, die unmittelbar der Trinkwassergewinnung dienen, geschützt.

Weitergehende Regelungsmöglichkeiten werden im Rahmen der Landesentwicklungsplanung den einzelnen Bundesländern überlassen, diese gilt auch für Trinkwassergewinnungsgebiete.

Fracking-Vorhaben für so genanntes „Tight Gas“ („konventionelles Fracking“) bleiben grundsätzlich möglich.

Weitergehend wird ein umfassendes Monitoring sowie eine Beweislastumkehr gefordert.

Und nun kommt die alles umfassende Einschränkung!
„Wissenschaftlich begleitete Erprobungsmaßnahmen zur Erforschung von Auswirkungen auf die Umwelt und den Untergrund hingegen sollen möglich sein, wenn die eingesetzte Frackflüssigkeit nicht wassergefährdend ist.“
Dieser kleine Satz, weicht sämtliche Verbote zum Wohle der Industrie wieder auf. Hiermit darf wieder jeder Antragsteller genau dort fracken, wo er es für forschenswert erachtet!
 
Hut ab, vor dieser wortreichen Volksverdummung!

Veröffentlicht von herausgeber

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